Kupferne Brennblase der Destillerie Karonis in Nafplio, dahinter das Schild „seit 1869"

Karonis Distillery: Ouzo und Tsipouro aus Nafplio

Über der kupfernen Brennblase hängt ein Schild aus Glas. Darauf, in Blau: Από το 1869 — seit 1869. Darunter der Name des Hauses und eine Zeile, die man bei Ouzo nicht oft liest: 100 % aus Destillation.

Beides erzählt mehr über die Destillerie Karonis als jede Firmengeschichte.

Seit 1869 in Nafplio

Nafplio liegt an der Küste der Argolis, auf der Peloponnes, und war die erste Hauptstadt des modernen Griechenland. Seit 1869 wird hier bei der Familie Karonis gebrannt, heute in vierter und fünfter Generation.

Ihr Ouzo trägt die Stadt im Namen: Ouzo Nafpliou, Ouzo aus Nafplio. So steht es auf dem Schild, so steht es auf der Flasche.

Was „100 % aus Destillation“ bedeutet

Ouzo ist ein Anisbrand — aber nicht jeder Ouzo wird zur Gänze gebrannt. Vorgeschrieben ist, dass mindestens ein Fünftel des Destillats zusammen mit den Gewürzen durch die Brennblase geht. Auf dem Schild bei Karonis steht: 100 %.

Was man vom Anis sieht, zeigt sich übrigens im Glas: Gibt man Wasser oder Eis dazu, wird Ouzo milchig. Das ätherische Öl des Anis löst sich in Alkohol, nicht in Wasser — sobald verdünnt wird, trübt es sich. Je mehr davon im Brand steckt, desto deutlicher.

Und der Tsipouro?

Tsipouro ist der andere Brand dieser Gegend, und er entsteht aus dem, was bei der Weinlese übrig bleibt: aus Traubentrester. Karonis brennt ihn in Kupferblasen, ohne weitere Aromen — also ohne Anis, anders als Ouzo. Traditionell ist der Herbst seine Zeit, wenn nach dem Keltern der Trester da ist.

Eichenfässer und Edelstahltanks im Lagerraum der Destillerie Karonis
Fässer und Stahltanks im Lagerraum der Destillerie.

Ein Museum im eigenen Haus

Karonis unterhält ein eigenes Destillerie-Museum. Ausgestellt sind Dokumente, Bücher und Gegenstände aus der Geschichte des Betriebs: alte Bücher im Schrank, Flaschen in Vitrinen, ein eiserner Tresor, eine alte Abfüllmaschine und Kupfergefäße aus früheren Zeiten.

Museumsraum der Destillerie Karonis mit Tresor, alter Abfüllmaschine und Kupfergefäßen
Der Museumsraum: Tresor, alte Abfüllmaschine, Kupfergefäße.

Unser Besuch — und warum er kurz war

Im Mai waren wir dort. Lange geblieben sind wir nicht, und herumgeführt hat uns niemand: Die Destillerie hatte gerade eine Reisegruppe aus Frankreich im Haus, mit dem Bus angereist.

Gesehen haben wir trotzdem, was zählt — die Brennblase mit dem Schild, den Lagerraum und das Museum. Und dass zu einer Destillerie in Nafplio Reisebusse aus Frankreich fahren, sagt auch etwas.

Einer, der weiter kam als wir

Dass dort Reisegruppen halten, war keine Momentaufnahme. Auf unsere Frage, woher er Karonis kennt, hat Jörg Schmidt aus Berlin geantwortet:

„Meine Frau und ich haben 2023 […] eine Griechenland-Rundreise gemacht. Dabei sind wir auch nach Nafplio gekommen und hatten die Gelegenheit, die Destillerie zu besichtigen. Dieser persönliche Eindruck, insbesondere von der Familie Karonis, hat uns dazu bewogen, die Produkte bei Ihnen zu bestellen und diesen treu zu bleiben.“

— Jörg Schmidt, Berlin

Was uns an diesem Tag verwehrt blieb, hat er bekommen: den Eindruck von den Menschen, die dort arbeiten. Dass er seither dabeigeblieben ist, sagt mehr über die Destillerie als alles, was wir über sie schreiben können.

Was wir von Karonis führen

Ouzo, Tsipouro, Liköre und Brandy. Drei davon, wenn du anfangen willst:

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